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Wissen / DAC7 & Steuern

DAC7 für Creator & Plattformen: Was Influencer wissen müssen

DAC7 klingt nach Behördenkürzel, betrifft aber jeden Creator, der über Plattformen Geld verdient. Dieser Leitfaden erklärt, was hinter der EU-Meldepflicht steckt, was an dein Finanzamt gemeldet wird und wo deine eigene Verantwortung anfängt.

Von Collavo-RedaktionStand: 2026-06-30

Hinweis: rechtliche Prüfung ausstehend

Dieser Beitrag erklärt die Rechts- und Steuerlage nach bestem Wissen mit Quellenangaben — er ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte ziehe bitte eine Anwältin/einen Anwalt bzw. eine Steuerberatung hinzu.

Kurz & knapp

DAC7 ist eine EU-Meldepflicht, die digitale Plattformen verpflichtet, die Einnahmen ihrer Nutzer an die Steuerbehörden zu melden. In Deutschland gilt sie über das Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG): Plattformen melden jährlich bis zum 31. Januar ans Bundeszentralamt für Steuern. Deine Einnahmen versteuerst du weiterhin selbst.

Was ist DAC7 überhaupt?

DAC7 ist die siebte Änderung der EU-Amtshilferichtlinie (Directive on Administrative Cooperation, Richtlinie (EU) 2021/514). Sie verpflichtet Betreiber digitaler Plattformen, Daten über die auf ihnen erzielten Einnahmen an die Finanzbehörden zu übermitteln. Ziel ist mehr Steuertransparenz in der Plattformökonomie — von Vermietung über Warenverkauf bis zu persönlichen Dienstleistungen, zu denen auch bezahlte Creator-Kooperationen gehören können.

In Deutschland wurde DAC7 mit dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) umgesetzt, das seit dem 1. Januar 2023 gilt. Die zuständige Behörde ist das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), das die gemeldeten Daten entgegennimmt und an die örtlichen Finanzämter sowie an andere EU-Staaten weiterleitet.

Betrifft DAC7 mich als Creator?

Wenn du über eine Plattform Geld für deine Reichweite, Inhalte oder Dienstleistungen erhältst, kannst du aus DAC7-Sicht ein meldepflichtiger Anbieter sein. Maßgeblich ist nicht, ob du dich selbst als Unternehmer siehst, sondern ob über die Plattform eine sogenannte relevante Tätigkeit gegen Entgelt erbracht wird.

  • Persönliche Dienstleistungen (z. B. produzierte Inhalte, Kooperationen, Auftragsarbeiten) sind relevante Tätigkeiten.
  • Verkauf von Waren über die Plattform (z. B. Merch) ist ebenfalls erfasst.
  • Vermietung von Immobilien oder Verkehrsmitteln fällt ebenfalls unter DAC7 — für die meisten Creator aber nicht relevant.
  • Wer nur über eine Plattform Geld empfängt, ohne dort eine relevante Tätigkeit anzubieten, ist nicht automatisch betroffen — die Abgrenzung ist Einzelfall.

Keine Steuerberatung

Dieser Leitfaden erklärt DAC7 allgemein und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Ob und wie du betroffen bist, klärst du am besten mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.

Welche Daten werden gemeldet?

Plattformbetreiber erheben und melden pro meldepflichtigem Anbieter ein definiertes Datenpaket. Dazu gehören Identifikations- und Finanzdaten:

Vereinfachter Überblick der nach PStTG zu meldenden Datenfelder.
KategorieBeispiele
IdentitätName, Anschrift, Geburtsdatum bzw. Firmendaten
Steuerliche KennungSteuer-Identifikationsnummer, ggf. USt-IdNr., Ansässigkeitsstaat
FinanzdatenGesamte Vergütung pro Quartal, Anzahl der Vorgänge, einbehaltene Gebühren/Provisionen
KontoKennung des Kontos, auf das Zahlungen geflossen sind

Bis wann und an wen wird gemeldet?

Die Meldung erfolgt jährlich für das abgelaufene Kalenderjahr und ist bis zum 31. Januar des Folgejahres beim Bundeszentralamt für Steuern einzureichen. Du als Anbieter erhältst zudem eine Kopie der dich betreffenden Daten. So kannst du abgleichen, was über dich gemeldet wurde, und es mit deiner eigenen Steuererklärung in Einklang bringen.

Was bedeutet DAC7 für meine Steuererklärung?

DAC7 ist eine Melde-, keine Besteuerungsregel. Die Plattform meldet — versteuern musst du deine Einnahmen weiterhin selbst. Praktisch heißt das: Das Finanzamt kennt deine Plattform-Einnahmen künftig unabhängig von deiner eigenen Angabe. Eine saubere, vollständige Steuererklärung wird damit noch wichtiger. Wie Creator-Einnahmen einkommensteuerlich und umsatzsteuerlich behandelt werden, erklärt der Beitrag zur Versteuerung von Influencer-Einnahmen.

Wie unterstützt Collavo bei DAC7?

Collavo ist eine Creator-Operations-Plattform, auf der eine Kooperation von Brief bis Auszahlung auf einem Datensatz läuft. Für DAC7 heißt das: Die relevanten Vorgänge, Vergütungen und Belege entstehen ohnehin im System und lassen sich strukturiert erfassen und als PDF/CSV exportieren.

Ehrliche Einordnung

Collavo erfasst die Daten und exportiert DAC7-ready Belege. Collavo reicht nichts automatisch bei einer Behörde ein. Die eigentliche Übermittlung und deine Steuererklärung bleiben in deiner Hand bzw. der deines Steuerbüros.

DAC7 im Detail: weiterführende Themen

  • Meldepflicht & Fristen 2026: Was genau übermittelt wird und wann.
  • Schwellenwerte: Ab wann eine Meldung ausgelöst wird.
  • Pflichten für Plattformbetreiber nach PStTG.
  • Influencer-Einnahmen richtig versteuern (Einkommen- & Umsatzsteuer).

Häufige Fragen

Muss ich wegen DAC7 selbst etwas melden?
Nein. DAC7 verpflichtet die Plattform zur Meldung, nicht dich. Du musst deine Einnahmen aber wie bisher in deiner Steuererklärung angeben — und solltest die Kopie der gemeldeten Daten mit deinen Aufzeichnungen abgleichen.
Ab wann gilt DAC7 in Deutschland?
Das umsetzende Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) gilt seit dem 1. Januar 2023. Gemeldet wird jeweils bis zum 31. Januar für das vorangegangene Kalenderjahr.
Reicht Collavo meine Steuermeldung ein?
Nein. Collavo erfasst die Daten und stellt DAC7-ready Belege als PDF/CSV bereit. Die Einreichung bei Behörden und deine Steuererklärung bleiben deine bzw. die deines Steuerbüros.

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