Hinweis: rechtliche Prüfung ausstehend
Dieser Beitrag erklärt die Rechts- und Steuerlage nach bestem Wissen mit Quellenangaben — er ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte ziehe bitte eine Anwältin/einen Anwalt bzw. eine Steuerberatung hinzu.
Kurz & knapp
Influencer bezahlst du in der Regel pro Kooperation: Ihr einigt euch auf ein Brutto-Honorar, sicherst das Budget vor der Produktion ab (Escrow), und nach freigegebenem Content fließt die Auszahlung — abzüglich Plattformgebühr und Umsatzsteuer auf die Gebühr. Mit Collavo läuft das auf einem Datensatz von Brief bis Konto, mit nachverfolgbarem Status.
Wie bezahlst du einen Influencer Schritt für Schritt?
Eine bezahlte Kooperation ist kein einzelner Überweisungsklick, sondern eine Kette aus fünf Stationen. Wenn alle auf einem Datensatz liegen, weißt du jederzeit, welches Geld an welche Bedingung geknüpft ist.
- Brief & Angebot: Du legst Leistung, Nutzungsrechte und das Brutto-Honorar fest. Verhandlungen laufen über einen nachvollziehbaren Verlauf, nicht über verstreute DMs.
- Vertrag: Beide bestätigen die Konditionen; der Vertrag wird versiegelt (Status-Flip mit sha256-Seal — keine qualifizierte eIDAS-Signatur).
- Budget absichern: Das Honorar wird vor der Produktion als 'Payment secured' hinterlegt (Escrow-Hold). Der Creator sieht, dass das Geld bereitsteht, bevor er arbeitet.
- Produktion & Review: Content wird hochgeladen und freigegeben — mit Frame-genauen Annotationen statt 'mach mal Runde 3'.
- Auszahlung: Nach Freigabe wird das Honorar ausgezahlt, abzüglich Plattformgebühr und Umsatzsteuer auf diese Gebühr.
Was kostet es, einen Influencer zu bezahlen?
Was beim Creator netto ankommt, ist nicht dasselbe wie das vereinbarte Brutto-Honorar. Die Plattformgebühr und die Umsatzsteuer auf diese Gebühr werden abgezogen — der Rechenweg ist immer derselbe und sollte für beide Seiten sichtbar sein.
| Position | Betrag |
|---|---|
| Brutto-Honorar (Vereinbarung) | 1.000 € |
| − Plattformgebühr | − Gebühr laut Tarif |
| − USt auf die Gebühr | − 19 % auf die Gebühr |
| = Netto-Auszahlung | kommt beim Creator an |
Faustregel: Brutto − Plattformgebühr − USt auf die Gebühr = Netto. Den genauen Betrag rechnest du dir mit dem Netto-Rechner aus, maßgeblich ist die Abrechnung in der App.
Rechenweg: Brutto − Plattformgebühr − USt auf die Gebühr = Netto. Schätzung zur Planung; maßgeblich ist die Abrechnung in der App.
Wie sicherst du die Zahlung ab, bevor produziert wird?
Vertrauen entsteht, wenn das Geld vor der Arbeit bereitsteht. 'Payment secured' heißt: Das Honorar liegt als sichtbarer Escrow-Hold (Status FUNDED) bereit, bevor der Creator produziert. Wichtig zur Ehrlichkeit: Das ist kein creator-kontrolliertes Treuhandkonto, sondern ein an EUR und Stripe Connect gebundener Hold-Status.
- Der Creator sieht das Schloss, bevor er Zeit investiert.
- Die Marke bindet Budget verbindlich, ohne es vorschnell freizugeben.
- Die Auszahlung setzt abgeschlossenes KYC und DAC7-Angaben voraus.
- Ein Schutz-Hold von rund 56 Tagen kann greifen, bevor das Geld final fließt.
Brauchst du eine Rechnung vom Creator?
Für die steuerliche Abrechnung gilt: Der monatliche Kontoauszug (PDF) in der App ist eine Übersicht deiner Auszahlungen — aber keine Rechnung nach § 14 UStG. Wer eine ordentliche Rechnung mit allen Pflichtangaben braucht, stellt sie weiterhin selbst aus. Wie Brutto/Netto, Umsatzsteuer und die Kleinunternehmerregelung zusammenspielen, erklärt der Honorar-Leitfaden.
Woher weißt du, wann das Geld ankommt?
Statt 'ist die Zahlung schon raus?' siehst du den Status auf einem Datensatz: von 'Freigabe ausstehend' über 'Freigegeben', 'Geplant' und 'Ausgezahlt' bis 'Auf dem Konto'. Dazu gibt es eine voraussichtliche Ankunft (ETA) und ein Überfällig-Flag, wenn etwas hängt.
ETA ist eine Erwartung, kein Datum
Die voraussichtliche Ankunft ist eine berechnete Erwartung auf Basis von Freigabe, Schutz-Hold und Banklaufzeit — kein garantiertes Auszahlungsdatum. Deshalb steht dort immer 'voraussichtlich'.
Worauf solltest du rechtlich achten?
Bezahlte Kooperationen berühren Kennzeichnungspflicht (Werbung), Nutzungsrechte, Umsatzsteuer und ab gewisser Schwelle Meldepflichten wie DAC7. Collavo erfasst die nötigen Daten und exportiert dir DAC7-ready Belege als PDF/CSV — eine automatische Steuermeldung an die Behörde ist das ausdrücklich nicht. Die Prozesse sind DSGVO-konform aufgesetzt und in Deutschland gehostet (mit SCC-abgesicherten Subprozessoren).
Kein Rechts- oder Steuerrat
Diese Seite erklärt Abläufe, ersetzt aber keine Rechts- oder Steuerberatung. 'Rechtssicher' meint sauber dokumentierte Prozesse — die rechtliche Bewertung deines Einzelfalls gehört zu deiner Steuerberatung.
Welche Tools und Seiten helfen weiter?
- Netto-Rechner: berechne in Sekunden, was vom Brutto-Honorar netto übrig bleibt.
- Creator-Auszahlung: die fünf Stufen aus Creator-Sicht — wie und wann du dein Geld bekommst.
- Escrow & Treuhand: was 'Payment secured' bedeutet und was es nicht ist.
- Honorar abrechnen: Brutto/Netto/USt und Kleinunternehmerregelung.
- Payout-Tracking: Status-Transparenz mit ETA und Überfällig-Flag.
Häufige Fragen
- Was bedeutet 'Payment secured' bei Collavo?
- Dass das Honorar vor der Produktion als sichtbarer Escrow-Hold (Status FUNDED) bereitliegt. Es ist kein creator-kontrolliertes Treuhandkonto, sondern an EUR und Stripe Connect gebunden; die Auszahlung setzt KYC und DAC7-Angaben voraus.
- Wie viel kommt vom Honorar netto an?
- Brutto minus Plattformgebühr minus Umsatzsteuer auf diese Gebühr. Den konkreten Betrag rechnest du mit dem Netto-Rechner aus; maßgeblich bleibt die Abrechnung in der App.
- Reicht der Kontoauszug aus der App als Rechnung?
- Nein. Der monatliche Kontoauszug ist eine Auszahlungsübersicht, keine Rechnung nach § 14 UStG. Eine ordentliche Rechnung stellst du weiterhin selbst aus.
- Meldet Collavo meine Einnahmen automatisch ans Finanzamt?
- Nein. Collavo erfasst die Daten und exportiert DAC7-ready Belege (PDF/CSV). Die Abgabe bei der Behörde übernimmst du bzw. deine Steuerberatung selbst.
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